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Blutgruppen der Katze

 

von Sabine Pfeffer

 

Blutgruppen der Katze

Die in den Glykolipiden enthaltenen Neuraminsäuren, in der Hülle (Erythrozytenmembran) der roten Blutkörperchen, bestimmen die Eigenschaft der Blutgruppe (Blutgruppen- Antigene).

Es gibt drei verschiedene Blutgruppen bei Katzen: A; AB; B.

Die genetische Vererbung der Blutgruppen, ist wie folgt:

Die Großbuchstaben bezeichnen dominanten Allele, Kleinbuchstaben rezessive.

A: Kann A/A (homozygot) oder A/b (heterozygot) vorliegen.

Das heißt, dass bei einer Verpaarung von zwei heterozygoten Katzen, Kitten mit der Blutgruppe B fallen können.

 

B: Kann nur b/b (homozygot) vorliegen.

Das bedeutet bei einer Verpaarung von B Katzen, fallen auch nur Kitten der Blutgruppe B.

AB: Auf der Erythrozytenmembran liegen die Eigenschaften von Blutgruppe A und B. Sie kommt am seltensten vor, die genetische Erklärung hierzu ist noch nicht vollkommen erforscht. Man vermutet, dass weil die beiden Eigenschaften von A und B auf der Zellmembran der Blutkörperchen liegt, es einen weiteren Genort gibt. Dieser könnte die Dominanz des Gens A über B unterdrücken.

Genkonstellationen:

AA Kater   X    AA Katze  werden nur reinerbige  AA Kitten geboren

AA Kater  X   Ab   Katze  werden  50% Ab   50%  AA geboren

Ab Kater  X  Ab Katze  werden  25% AA  50%  Ab  und 25%  bb geboren

AA Kater  X  bb Katze werden alle Kitten  Ab sein  hier kommt das A zum tragen ( Kitten sind alle gefährdet )

Ab  Kater X bb Katze  50% sind  Ab  und  50% sind bb , die Ab Kitten sind gefährdet

Die Blutgruppe AB reagiert auf Blutgruppe B  ähnlich wie A

Verpaart man eine AB  Katze mit einem B Kater, so sind 50% der Kitten Blutgruppe A  und 50%  B, für die A-Kitten ist es ungefährlich, die B-Kitten sind gefährdet.

Eine B-Katze mit AB-Kater  sind die A-Kitten in Gefahr, die B-Kitten sind ungefährdet.

 

Bei einer genetisch reinerbigen Katze AA sind die Kitten nie gefährdet. Bei einer Ab-Katze mit Ab-Kater kann mit der Zeit die Ab Katze Antikörper bilden gegen ihr bb-Kitten und diese sind dann gefährdet.

Die statistische Verteilung der Blutgruppen bei Katzen:

 

71% Blutgruppe A

23% Blutgruppe B

6 % Blutgruppe AB

 

Blutgruppe B bei unterschiedlichen Rassen:

0%   Burma, OKH, Siam

1-5%  Maine Coon, Manx, Norweger

10-20%  Abessinier, Somalis, Hl.Birma, Japanese Bobtail, Scottish Fold, Perser

25-50% British Kurzhaar, Cornish Rex,, Devon Rex

 

Blutgruppenunverträglichkeit

Neben den Blutgruppen- Antigenen existiert noch ein zweiten Faktor, die so genannten Blutgruppen- Antikörper (Alloantikörper). Diese betrachten die andere Blutgruppe, als einen Fremdkörper den es zu bekämpfen gilt. Sie lagern sich an die fremden Blutkörperchen an, um diese zu zersetzen.

Auffällig ist, das Katzen der Blutgruppe B eine viel höhere Anzahl an Alloantikörper besitzen als Katzen der Blutgruppe A oder AB.

Das bedeutet für die Nachkommen einer B Katzen, dass, sofern ihre Blutgruppe A ist, es für sie den Tod bedeutet. Das liegt daran, dass sie, sobald sie die Muttermilch mit den Antikörper aufgenommen haben, an der Neonatalen Isoerythrolyse (Zersetzung der roten Blutkörperchen) erkranken. Man erkennt dies zunächst an dem bräunlich gefärbten Urin und an den rotbraunen Näschen und Sohlen.

Jedoch geschieht dies nicht im gegensätzliche Fall (A Katze mit B Kitten), da hierbei die Anzahl der Blutgruppen- Antikörper zu gering ist.

Relevant ist hierbei noch, dass die Kitten die Antikörper durch die Muttermilch über den Darm aufnehmen. Nach ca. 16- 18 Stunden können die Alloantikörper die Darmwand jedoch nicht mehr passieren, da er dagegen undurchlässig wird.

Im Mutterleib selbst sind sie vor den Blutgruppen- Antikörpern durch die Plazenta geschützt.

Studien in Schweden haben gezeigt, dass nach 16 Stunden Fernhalten von der Muttermilch, sich bei einem Teil der A Kitten mit B Müttern Nekrosen („Absterben“) an den Ohren und der Schwanzspitze bildeten, aber sie überlebten.

Sogar nach 18. Stunden traten zum Teil noch Nekrosen auf.

Es gibt 3 Stufen:

  1. die per akute:  die Kitten werden geboren und sterben nach anfänglicher guten Entwicklung, in den ersten Tagen.
  2. die akute: die Babys trinken, ihr Urin verfärbt sich bräunlich, die Näschen sehen gelb/orange aus, ebenso die Fußballen und die Kleinen versterben innerhalb der ersten Woche.
  3. subklinische: die Kitten entwickeln sich normal doch in der ersten bis zweiten Woche sterben Schwanzspitze und Ohrspitzen ab.

.2 Bedeutung für die Zucht

Man sollte im Normalfall eine Katze der Blutgruppe B immer nur mit einem Kater der gleiche Blutgruppe verpaaren.

Kommt es jedoch zu einer „Risikoverpaarung“ (B Katze mit A Kater) muss der Züchter verhindern, dass die Welpen in den ca. ersten 18 Stunden Muttermilch zu sich nehmen und die Kitten von Hand mit Kolostralmilch füttern.

Aus eigener Erfahrung:

Ich habe die Welpen ca. alle zwei Stunden für 24 Stunden, mit Kolostralmilch von Hand gefüttert. Es ist wichtig keine Aufzucht Milch, sondern Kolostralmilch zu nehmen, weil diese Abwehrstoffe gegen Krankheiten enthält. Die Kitten wären sonst sehr Infekt anfällig, weil sie keinen Schutz bekommen.

Der Mutterkatze habe ich für diesen Zeitraum einen Ganzkörperbody angelegt, damit sie die Kätzchen bei sich behalten konnte, ohne dass diese dabei an das Gesäuge gelangten.

Wichtig ist auch, eine kontinuierliche Überwachung der Mutterkatze, vor, während und nach der Geburt, da schon sehr geringe Mengen der Muttermilch schädlich sind.

Eine weitere Schwierigkeit die ich zu bewältigen hatte, war bei der ersten Geburt unserer Katze. Sie hatte noch keine Erfahrung mit der Aufzucht von Babys. Sie wusste nicht, wie sie sich verhalten sollte, nachdem ich den Body entfernte. Sie hat die Welpen zuerst nicht gesäugt, da ich diese in den ersten Stunden gefüttert habe. Aus diesem Grund saß ich weitere 24 Stunden bei ihr, um die Kitten regelmäßig an das Gesäuge anzulegen. Danach verstand sie ihre Aufgabe und blieb bei ihrem Nachwuchs.

 

Daher ist es wichtig vor jeder Zucht erst einmal die Blutgruppen der Zuchtkatzen zu bestimmen. Ein Labor in den Niederlanden macht eine Blutgruppenbestimmung, welche sie auf den Anti-A-Titer ausweitet, falls die Katze Blutgruppe B haben sollte. Dieser Titer sagt aus, ob die A-Kitten bei der B-Mutter gefährdet sind. Liegt dieser Titer unter 1:32 können die A-Kitten bei der Mutter bleiben, liegt er darüber ist eine Trennung unumgänglich.

Adresse des Labors: European Veterinary Laboratory in Woerden bei Utrecht

Sie benötigen dort 1ml EDTA-Blut, Kostenfaktor ca. 30 Euro.

 Bei einem Telefonat vor einigen Jahren, als ich mich hiermit auseinandersetzte, sagte mir ein Wissenschaftler, dass dieser Anti-Titer bei ein und derselben Katze immer gleich bleibt, heute hab ich auch schon von gegenteiligen Meinungen erfahren.

 

Abschließend sei noch zu sagen:

Es gibt keinen Grund, Träger der Blutgruppe B von der Zucht auszuschließen. Die Blutgruppe stellt keine Behinderung der Katze oder eine Qualzucht im Sinne des Paragraphen 11b des Tierschutzes dar.

Es müssen halt die richtigen Partner genommen werden.